Hallo Daniela,
Jutta und ich hatten Dir ja bereits im Thread bezüglich " IBD " geantwortet, dass wir bei einem solchen Verdacht auf keinen Fall Fertigfutter ( u.a. auch wegen dem teilweise sehr hohen Getreideanteil ) füttern würden ...
Die Leidensgeschichte Deines Hundes erinnert mich sehr stark an meine beiden ältesten Hündinnen im Jahr 1994 : sie wurden bis zu diesem Zeitpunkt fast ausschliesslich bekocht und hatten ab und an Durchfall - es wurde ein Befall mit Helicobacter festgestellt - es wurde eine Trippletherapie für beide Hunde verordnet - die Medikamente ( u.a. Metronidazol ) dieser Therapie waren DREIFACH höher verordnet und meine beiden Mädchen wären daran fast gestorben. Nach dem Wechsel in eine andere Tierklinik wurde geschallt ( Magenwände verdickt, Luft im Gedärm, ansonsten unauffällig ) und anschliessen bei beiden Hündinnen der Magen gespiegelt und Gewebeproben entnommen. Cara-Mia hatte blutende Magengeschwüre und Helicobacter - Wanja hatte keinen Helicobacter, dafür allerdings einen entzündlichen ZwölffingerDarm und durch die viel zu hoch dosierte Trippletherapie hat sie heute einen chronischen Leberschaden.
Die Tierärztin in der neuen Tierklinik hat uns damals empfohlen, die Fütterung für vier Wochen auf ein spezielles Trockenfutter umzustellen - danach dann auf Frischfutter zu wechseln. Wir haben das Trockenfutter für 2 Wochen gefüttert und während dieser Zeit wurde die gesamte Symptomatik um einiges besser, aber noch lange nicht gut. Damals habe ich dann in meiner Not Swanie Simon angerufen, " unsere " ganze Leidensgeschichte geschildert und um Rat gebeten. Sie hat mir als erstes eine sehr kompetente Tierärztin empfohlen ( dort wird mal als Patientenbesitzer tatsächlich noch ernst genommen ... ) und als zweites ebenfalls dringend empfohlen, die Hunde auf artgerechte Frischfütterung umzustellen.
Also haben wir zum letzten Mal unsere Mädchen ins Auto gepackt - es wurde nochmals ein komplettes Blutbild einschl. Pankreas beauftragt und wir bekamen enorme Hilfestellung bezüglich der Umstellung auf Frischfutter. Wanja hatte ebenfalls einen Vitamin B 12 Mangel - da habe ich 12 Wochen lang gespritzt. Die Pankreaswerte waren ebenfalls nicht in Ordnung - dafür gab es Enzyme. Für den übrigen Magen/Darmtrakt feingemahlenen Flohsamen und am Anfang nur eine einzige Fleischsorte und eine einzige Gemüsesorte - roh und ganz fein durch den Mixer gejagt. Anstelle der Calciumversorgung mittels frischer Knochen in den ersten Wochen/Monaten ausschliesslich fein gemahlene Eierschalen.
Leicht war es nicht bzw. gerade Cara-Mia hatte sehr oft Sodbrennen und am Anfang des öfteren gespuckt sowie Unmengen von Gras oder auch Erde gefressen. Nachdem die Nahrung dann immer ein bisschen gröber wurde ( wir haben uns extra einen Industrie-Fleischwolf gekauft ), kamen die sogenannten Kondom-Kackwürste : teilweise mit richtig unverdauter Nahrung, aber auch das Problem erledigte sich nach einigen Wochen. Wanja fing sehr früh damit an, rohe Hühnerhälse und anschliessend Karkassen zu fressen - bei Cara-Mia war daran nicht zu denken bzw. sie bekam damals ihre " Knochen " durch den Fleischwolf gedreht.
Alles in allem hat es eine ganze Zeit gedauert, bis wir die Frischfütterung fast problemlos im Griff hatten und noch haben. Ich habe auch festgestellt, dass die beiden roh gezogenen Wölfe überhaupt keine diesbezüglichen Probleme hatten oder haben - die beiden vertragen wirklich alles. Generell kann ich aus diesen Erfahrungen aber sagen, dass es sich trotz Zeit- und Geldaufwand lohnt, einen Magen/Darm-kränklichen Hund umzustellen. Eine weitere Möglichkeit wird hier beschrieben :
www.lupovet.de/downloads/vetimpulse.pdf
Ich wünsche Dir und Deinem kleinen Pelz die richtige Entscheidung und hoffe, dass ich ein bisschen helfen konnte